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Deindustrialisierung

Der lange Abschied von der Fabrik

Europa hat die Welt industrialisiert. Im 19. Jahr­hun­dert strömte aus den Kohle-Revieren des Ruhr­gebiets, den Stahl­werken Nord-Englands und den Textil­fabriken Nord­frankreichs der Wohl­stand, der den Kontinent zur dominieren­den Welt­macht machte. Die rauchenden Schlote galten als Symbol des Fortschritts, der Arbeit, der nationa­len Stärke. Ein gutes Jahr­hun­dert später sind die meisten dieser Schlote kalt. Die Hallen stehen leer oder wurden zu Museen und Kultur­zentren um­gebaut. Die Arbeit ist ge­wandert - nach Asien, nach Latein­amerika, nach Ost­europa. Oder sie wurde von Maschinen über­nommen.

Dieser Prozess trägt den Namen De­industria­li­sie­rung - als wirt­schaft­li­cher Begriff im heutigen Sinne - also als Be­schrei­bung eines unge­woll­ten Schrumpfungs­prozesses - setzte er sich in den späten 1970er Jah­ren durch, parallel zu den Erfahrun­gen, die er zu be­schreiben ver­suchte.

Deindustrialisierung ist dabei kein eindeuti­ger Begriff. Er meint manch­mal den absolu­ten Rück­gang der Industrie­produk­tion, manch­mal nur den relati­ven Bedeutungs­verlust des Industrie­sektors gegen­über dem wachsenden Dienst­leistungs­sektor. Dieser Unter­schied ist fundamental: Im einen Fall schrumpft die Industrie wirk­lich, im anderen wächst sie nur lang­samer als der Rest der Wirt­schaft. Die poli­tische Debatte ver­mischt beide Bedeu­tun­gen regel­mäßig. Ein nüchter­ner Blick auf die Fakten zeigt: Es gab beide Formen, in unterschied­li­chen Branchen, zu unter­schied­li­chen Zeiten - und mit sehr unter­schied­li­chen Ur­sachen und Folgen.

Um die Deindustrialisie­rung wirk­lich zu verstehen, muss man zudem zwi­schen ihren beiden großen Trieb­kräften unter­scheiden: der geografi­schen Verlage­rung der Produk­tion in Billig­lohnländer einer­seits und der technolo­gi­schen Rationali­sie­rung durch Automatisie­rung anderer­seits. Beide Kräfte wirkten gleich­zeitig, manchmal ver­stärkten sie sich gegen­seitig, manchmal trafen sie die­selben Men­schen aus ver­schiede­nen Richtun­gen. Beide zusammen haben die europäi­sche Industrie­gesell­schaft grund­legend ver­ändert.

Schwer- und Leichtindustrie

Bevor man über Deindustrialisie­rung sprechen kann, muss man klären, was mit „Industrie“ über­haupt ge­meint ist. Der Begriff ist weiter als er auf den ersten Blick er­scheint und umfasst sehr unterschied­liche Sektoren, die von der De­industriali­sie­rung auf ganz ver­schiedene Weise betroffen waren.

Die klassische Unterscheidung trennt Schwerindus­trie von Leicht­indus­trie. Schwerindus­trie bezeich­net Branchen, die mit großen Mengen schwerer, voluminö­ser Roh­stoffe arbei­ten, massive Anlagen be­nöti­gen und enorme Energie­mengen ver­brauchen. Dazu gehören Stahl- und Eisenerzeugung, Kohle­bergbau, Zement­produktion, Aluminium- und Kupfer­hütten, Petro­chemie, Schiff­bau und schwerer Maschinen­bau. Diese Indus­trien galten histo­risch als strate­gisch beson­ders bedeut­sam, weil sie die Grund­stoffe und Maschinen für alle anderen Branchen liefern. Ohne Stahl keine Eisenbahn, ohne Chemie keine Düngemittel, ohne Schiff­bau keine Handels­marine. Schwer­indus­trie war in diesem Sinne die Basis der gesam­ten Industrie­gesell­schaft.

Die Leichtindustrie dagegen ver­arbeitet leichtere Roh­stoffe und stellt in der Regel Konsum­güter oder einfache­re Vor­produkte her: Textilien, Bekleidung, Schuhe, Möbel, Spielzeug, Haus­halts­waren, Nahrungs­mittel. Sie ist weniger kapital­intensiv, benötigt weniger Energie und arbeitet oft mit mehr mensch­li­cher Hand­arbeit. Genau deshalb war sie auch viel empfind­li­cher gegen­über inter­natio­nalen Lohn­kosten­unterschie­den.

Eine weitere wichtige Kategorie ist die Investitions­güterindus­trie - Maschinen­bau, Werkzeug­maschinen, Industrie­anlagen, Präzisions­instrumente. Diese produ­ziert nicht für End­konsumen­ten, sondern für andere Unter­neh­men. Deutsch­land ist hier traditio­nell beson­ders stark.

Diese Unterscheidung ist für das Verständ­nis der Deindustria­li­sie­rung ent­schei­dend, weil die drei Typen sehr unter­schied­liche Schicksale erlebt haben. Die Schwer­indus­trie litt vor allem unter dem Struktur­wandel weg von energie­intensiver Massen­produk­tion - teils durch inter­nationale Konkurrenz, teils durch technolo­gi­schen Wandel. Die Leicht­indus­trie wurde massiv ins Ausland ver­lagert, weil Lohn­kosten ihr ent­scheidender Wett­bewerbs­faktor sind. Die Investi­tions­güter­indus­trie blieb in Hoch­lohn­ländern wie Deutsch­land vergleichs­weise stabil, weil hier Fach­wissen, Präzision und Kunden­nähe wichti­ger sind als der Stunden­lohn.

Von der Hochindustrialisierung zur Krise der 1970er

Um den Wandel zu verstehen, muss man zunächst den Zu­stand kennen, aus dem Europa kam. Die Nachkriegs­jahrzehnte - die soge­nann­ten Trente Glorieuses in Frankreich, das Wirt­schaftswunder in Deutsch­land - waren eine Phase außergewöhn­li­cher indus­trieller Blüte. Der Wiederaufbau, der Marshall-Plan, der Hunger nach Konsum­gütern, die Massen­motori­sie­rung: all das trieb eine gewalti­ge Nach­frage an, die europäi­sche Fabriken zu füllen hat­ten. Schwerindus­trie, Auto­mobil­bau, Chemie, Schiffbau, Maschinenbau - Europa dominierte die Welt­märkte nicht durch Billig­löhne, sondern durch Technolo­gie, Fach­arbeit und indus­trielle Tradi­tion.

Dann kamen die 1970er Jahre und mit ihnen mehrere gleich­zeitige Schocks. Die Ölkrise von 1973 traf die energie­intensi­ve Schwer­indus­trie beson­ders hart. Stahl, Aluminium, Chemie, Zement - all das ver­braucht enorme Energie­mengen, und als der Ölpreis explodier­te, explodier­ten die Produktions­kosten. Gleich­zeitig drängte Japan mit hoch­effizien­ten Produk­tions­methoden - Lean Manufacturing, Qualitäts­zirkel, Just-in-Time - in Märkte, die bis dahin europäi­schen Her­stellern gehört hatten. Südkorea und Taiwan be­gannen, die Textilindus­trie zu unter­bieten. In Groß­britan­nien kollabier­te der Schiffbau, in Deutsch­land geriet die Stahl­indus­trie in eine tiefe Struktur­krise, in Nord­frankreich und Belgien starben die Kohle­reviere.

Das war zunächst sektoraler Wandel, keine flächen­deckende De­industria­li­sie­rung. Die Auto­mobil-Indus­trie boomte weiter, der Maschinen­bau blieb stark, die Chemie­indus­trie investier­te. Aber in den be­troffenen Branchen und Regionen war der Schmerz real und tief­greifend. Und der Begriff De­industria­li­sie­rung, der damals in den Sprach­gebrauch ein­ging, trug die emotio­nale Last dieser konkre­ten Erfah­run­gen mit sich - beson­ders des Nieder­gangs der Schwerindus­trie, die das Rückgrat ganzer Regionen ge­bildet hatte.

Automatisierung und Rationalisierung

Noch bevor die Globalisie­rung die Produktions­verlage­rung in ferne Länder er­möglich­te, begann eine technolo­gische Revolu­tion, die das Wesen der Fabrik­arbeit grund­legend ver­änderte: die Automa­ti­sierung.

In den 1960er und frühen 1970er Jah­ren hiel­ten numerisch ge­steuerte Maschinen - CNC-Werkzeug­maschinen - Einzug in europäi­sche Fabriken. Eine Maschine, die bisher ein Fach­arbeiter be­dienen musste, konnte nun durch ein Programm ge­steuert werden. In den späten 1970er und 1980er Jah­ren kamen Industrie­roboter, zunächst in der Auto­mobil­produk­tion. Der erste Schweiß­roboter er­setzte nicht einen, sondern viele Arbeiter - und er arbeitete rund um die Uhr, ohne Pause, ohne Krank­heit, ohne Lohn­forde­rung.

Der Produktivitätseffekt war enorm. In der Auto­mobil­produk­tion sank die Zahl der be­nötig­ten Arbeits­stunden pro Fahr­zeug über Jahr­zehnte drama­tisch. In der Stahl­indus­trie ermöglich­ten Strang­guss und computer­gesteuerte Hochöfen, mit einem Bruch­teil der frühe­ren Beleg­schaft die­selbe Menge Stahl zu produ­zie­ren. In der Textil­indus­trie über­nahmen automa­tische Web­stühle und Strick­maschinen Aufgaben, die zuvor Hunderte Hände be­schäftigt hatten.

Die politische Reakion auf die Automa­ti­sie­rung war be­zeichnend: Sie er­zeugte weit weniger öffent­liche Wut als die spätere Ver­lage­rung ins Ausland. Ein Roboter, der einen Job über­nimmt, ist abstrakt und gesichts­los. Eine Fabrik, die nach China zieht, hat ein konkre­tes Ziel und einen erkenn­baren Schuldi­gen. Dabei ver­nichte­ten beide Kräfte Arbeits­plätze in ver­gleich­barem Ausmaß - die Automa­ti­sie­rung arbeitete nur stiller.

In den 1980er und 1990er Jahren beschleunigte sich die Automa­ti­sie­rung erheblich. Speicher­programmier­bare Steuerun­gen, Computeri­zed Numerical Control und zu­nehmend leistungs­fähige Industrie­roboter drangen in immer mehr Branchen vor. Die Kosten für Roboter sanken, ihre Fähig­kei­ten stiegen. Was früher nur in der Auto­mobil­indus­trie wirt­schaft­lich sinnvoll war, wurde nun auch für Zu­lieferer, Maschinen­bauer und Konsum­güter­produzen­ten er­schwing­lich.

Ein besonders aufschluss­reiches Bei­spiel ist die Stahl­indus­trie. Das Ruhr­gebiet be­schäftig­te in den 1960er Jah­ren weit über 300.000 Men­schen in Kohle und Stahl. Dieser Rück­gang ist nicht allein auf Verlage­rung zurück­zuführen - deut­sche Stahl­werke produzie­ren heute noch erheb­liche Mengen Stahl. Sie tun es nur mit einem Bruch­teil der frühe­ren Beleg­schaft, weil Automa­tisie­rung und neue Pro­duktions­verfahren die Arbeit von Menschen weit­gehend über­flüssig ge­macht haben.

Globalisierung und Produktionsverlagerung

Was die Automatisie­rung in der Schwer­indus­trie und bei qualifi­zier­ten Fertigungs­tätig­kei­ten be­wirkte, voll­brachte die Globali­sie­rung bei der arbeits­intensi­ven Leicht­indus­trie und der Konsum­güter­produk­tion: einen massiven Abbau von Arbeits­plätzen in Europa - aller­dings durch ein anderes Mechanis­mus. Hier ver­schwanden die Jobs nicht, weil Maschinen sie über­nahmen, sondern weil die Arbeit in Länder mit drama­tisch niedrige­ren Löhnen ver­lagert wurde.

Diese Verlagerung wurde durch das Zusammen­wirken mehre­rer Ent­wick­lun­gen er­möglicht. Erstens fielen die Handels­barrieren. GATT und später die Welt­handels­organisa­tion (WTO) reduzier­ten Zölle und Handels­hemmnisse systema­tisch. Der ent­scheiden­de Moment war der WTO-Beitritt Chinas im Jahr 2001: Plötz­lich hatte die Welt vollen Zugang zu einer Volks­wirt­schaft mit über einer Milliarde Men­schen, niedri­gen Löhnen, aufge­bauter Infra­struktur und einem Staat, der bereit war, alles für wirt­schaft­li­ches Wachstum zu tun.

Zweitens revolutionierte die Containeri­sie­rung den Transport. Die Standardi­sie­rung der Schiffs­container, die sich ab den 1970ern welt­weit durch­setzte, machte den Transport von Waren über Ozeane drama­tisch billiger und zu­verlässi­ger. Plötz­lich war es wirt­schaft­lich sinnvoll, Waren in China zu produ­zieren und in Europa zu ver­kaufen - die Transport­kosten fraßen den Lohn­vorteil nicht mehr auf.

Drittens ermöglichte die Informations­technologie die Koordina­tion komplexer globa­ler Liefer­ketten. Unter­neh­men konnten nun Zu­liefe­rer auf ver­schiede­nen Kontinen­ten in Echt­zeit steuern, Bestel­lun­gen automa­tisch aus­lösen, Bestände in globalen Systemen ver­folgen.

Viertens schufen Finanzmarktliberalisie­rung und der Aufstieg institutio­nel­ler Investo­ren neuen Druck auf Unter­neh­men, kurz­fristig Rendite zu maximie­ren. Wenn eine Fabrik in Bangladesch die­selbe Schraube um 70% günsti­ger produ­zieren konnte, war es in der Logik des quartals­weisen Ergebnis­drucks kaum zu recht­ferti­gen, sie weiter­hin in Nordrhein-Westfalen her­zustellen.

Wohin die Produktion ging

Die Verlagerung erfolgte nicht gleich­förmig, sondern sehr gezielt nach Branchen und Kosten­strukturen.

China war das dominante Ziel von den 1990ern bis in die 2010er Jahre. Beson­ders die Leicht­indus­trie ver­lager­te sich dort­hin massen­haft: Elektronik-Montage, Haushalts­geräte, Spiel­zeug, Werk­zeuge, Bekleidung, Schuhe. Europäi­sche und amerikani­sche Konzerne lagerten zu­nächst einfache Montage­arbeiten aus, zunehmend aber auch komplexe­re Fertigungs­prozesse. Das hatte eine direkte Konse­quenz für Konsumen­ten: Waren wurden dras­tisch billiger. Der Fernseher, der 1985 einen europäi­schen Monats­lohn kostete, war 2005 für einen Wochen­lohn zu haben.

Bangladesch, Vietnam und Kambodscha über­nahmen jene Textil- und Be­kleidungs­produktion, die selbst in China zu teuer ge­worden war. Das ist ein auf­schluss­reiches Phänomen: Die Ver­lage­rung folgt dem Lohn­gefälle wie Wasser dem Gefälle - immer zum billigs­ten verfüg­baren Stand­ort. Wenn dieser teurer wird, zieht die Produk­tion weiter.

Mexiko wurde durch das NAFTA-Abkommen von 1994 zur ver­länger­ten Werk­bank der USA. Automobil­konzerne - darunter Volkswagen, BMW, Audi, Ford - bauten Werke im Norden des Landes, weil der zoll­freie Zugang zum US-Markt garan­tiert war und die Löhne wesent­lich niedri­ger lagen.

Osteuropa ist das oft übersehene Kapitel der europäi­schen Ver­lagerungs­geschich­te. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und beson­ders nach der EU-Osterweite­rung 2004 boten Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und die Slowakei eine attrak­tive Kombina­tion: EU-Mitglied­schaft ohne Zölle, geo­grafi­sche Nähe, gut ausge­bildete Arbeits­kräfte und Löhne weit unter dem west­europäi­schen Niveau. Volkswagen produ­ziert in Bratislava, BMW und Mercedes bauen in Ungarn, unzählige Auto­zulieferer sind in Rumänien und Polen an­sässig.

Indien wurde weniger als Fertigungs­standort ge­wählt, dafür aber zu einem zentra­len Ziel für die Auslage­rung von Dienst­leis­tun­gen und IT-Entwick­lung. Software­häuser in Bangalore und Hyderabad über­nahmen Programmie­rung, Buchhal­tung und Callcenter-Arbeit - auch das eine Form des Out­sourcings, die Arbeits­plätze in Europa kostete, wenn auch qualifi­zier­tere.

Zusammenspiel von Automatisierung und Verlagerung

Automatisierung und Produktionsverlage­rung werden oft als separate Phänomene be­handelt, aber in der Reali­tät wirk­ten sie häufig zu­sammen und ver­stärkten sich gegen­seitig - auf manchmal paradoxe Weise.

Ein häufiges Muster war folgendes: Europäische Unter­neh­men ver­lager­ten zunächst arbeits­intensi­ve, einfache Produk­tions­schritte ins Ausland. Was zurück­blieb, waren komplexere, qualifi­zier­tere Tätig­kei­ten - aber auch diese wurden zunehmend automa­ti­siert. Im Ergeb­nis schrumpfte die Fabrik­beschäfti­gung von beiden Seiten gleich­zeitig: von unten durch Verlage­rung der einfachen Jobs, von oben durch Automa­tisie­rung der qualifi­zier­teren.

Besonders aufschlussreich ist das Phänomen der so­genann­ten licht­losen Fabriken in China. Ausgerech­net das Land, das als billiger Fertigungs­standort groß ge­worden ist, investiert massiv in voll­automa­ti­sierte Werke ohne Arbeiter - insbeson­dere in der Elektronik- und Elektro­fahrzeug­produktion. Das zeigt: Der Lohn­vorteil als Standort­faktor ist temporär. Sobald Automa­ti­sie­rung günstig genug wird, ent­fällt der Grund für Ver­lage­rung. Die Frage ist dann nicht mehr, wo der billigs­te Arbeiter sitzt, sondern wo die besten Roboter und die günstigs­te Energie zu finden sind.

Damit entsteht eine neue Perspektive auf die ganze Debatte: Die Verlage­rung nach China war mög­licher­weise keine dauer­hafte Neu­ordnung der Welt­produk­tion, sondern eine histo­rische Übergangs­phase zwi­schen der europäi­schen Industrie­arbeit des 20. Jahr­hun­derts und einer vollständig automa­ti­sier­ten Fabrik­welt des 21. Jahr­hun­derts. In dieser Zukunft werden weder europäi­sche noch chinesi­sche Arbei­ter in Massen Konsum­güter zusammen­bauen - das werden Roboter tun, gesteuert von Soft­ware.

Kapitalismus, Effizienz und die Rationalität des Einzelnen

Sowohl die Automatisierung als auch die Produktions­verlage­rung waren aus der Sicht jedes einzel­nen Unter­neh­mens rational. Wer Produk­tions­kosten senkt - ob durch Maschinen oder durch Auslage­rung - sichert Wettbewerbs­fähig­keit und steigert Gewinne. In einem System, das Unter­neh­men nach Rendite be­wertet, wäre es geradezu irrational ge­wesen, auf beides zu ver­zichten.

Aber was für den Einzelnen rational ist, muss für die Gesell­schaft nicht optimal sein. Hier liegt der klassische Wider­spruch des unge­zügel­ten Kapitalis­mus: Individuelle und kollek­tive Rationali­tät divergie­ren. Jede Fabrik, die ver­lagert oder automa­ti­siert wird, spart dem Unter­neh­men Kosten. Aber das Land ver­liert Steuer­einnahmen, Sozial­systeme werden be­lastet, Regionen veröden. Diese gesell­schaft­li­chen Kosten - die Ökonomen „negative Externali­tä­ten“ nennen - tragen nicht die Unter­neh­men, die die Ent­schei­dung treffen, sondern die Gemein­schaft.

Die politische Antwort der 1990er Jahre war weit­gehend: Vertrauen auf den Markt, Umschu­lung der Betroffe­nen, Ausgleich durch den wachsen­den Dienst­leistungs­sektor. Die Globali­sie­rung, so das Ver­sprechen, würde allen nutzen. Dieses Ver­sprechen war nicht voll­ständig falsch. Waren wurden billi­ger, neue Branchen ent­standen. Aber die Vertei­lung der Gewinne und der Ver­luste war zutiefst ungleich. Die Gewinne flossen zu Kapital­eignern, Aktionären und hoch­qualifi­zierten Arbeit­nehmern. Die Verluste trafen Industrie­arbeiter, deren Berufs­bilder ver­schwanden - durch Verlagerung, durch Automatisie­rung oder durch beides.

Lieferketten: Effizienz als Fragilität

Parallel zur geografischen Verlagerung der Produk­tion und zur Automa­tisie­rung der Fabriken ent­stand ein neues Organisa­tions­prinzip der globalen Wirt­schaft: die Just-in-Time-Lieferkette. Kein Lager, kein Puffer, keine Reserve. Bauteile werden exakt dann ge­liefert, wenn sie ge­braucht werden - aus fernen Ländern, über lange See­wege, durch Dutzende Zuliefe­rer. Das spart Kapital und Lager­kosten - aber es eliminiert Resilienz.

Ein modernes Automobil besteht aus Teilen von über tausend Zulieferern aus Dutzenden Ländern. Fehlt ein einzi­ges kleines Bauteil, steht das Montage­band still. Dass dieses System gefähr­lich fragil ist, wurde in mehreren Krisen schlag­artig sicht­bar.

Die Fukushima-Katastrophe 2011 und gleich­zeitige Über­schwem­mun­gen in Thailand legten Liefer­ketten für Elek­tronik und Auto­teile lahm, weil be­stimmte Komponen­ten nur von wenigen oder gar nur einem einzi­gen Her­steller weltweit produ­ziert wurden. Die Corona-Pandemie 2020 und 2021 traf das System noch härter: Häfen wurden ge­sperrt, Container standen falsch ver­teilt auf der Welt, Fabriken in China schlossen, Liefer­zeiten explodier­ten. Europäi­sche Auto­hersteller mussten Werke still­legen, weil Halb­leiter­chips fehlten - fast voll­ständig in Asien produ­ziert, ohne nennens­werte europäi­sche Alter­native.

Die Blockade des Suezkanals durch das Container­schiff Ever Given im März 2021 ver­deutlich­te, wie wenige alterna­tive Routen die globale Logistik kennt. Der Ukraine-Krieg 2022 fügte eine weitere Dimension hinzu: Europa er­kannte, dass es bei Erdgas zu fast 40% von Russland ab­hängig war. Auch die Kabelbaum-Produk­tion für Auto­mobile hatte sich massiv in die Ukraine ver­lagert, weil die Löhne niedrig waren. Als die Produk­tion stockte, standen abermals Bänder still.

Diese Krisen machten das offensicht­lich, was kri­tische Ökonomen schon länger warnten: Die Optimie­rung auf maximale Effi­zienz hatte systema­tisch Risiko­puffer zer­stört. Die globale Liefer­kette funktio­nierte nur, solange die Welt stabil blieb.

Regionale Folgen: Die Geographie der Verlierer

Die Deindustrialisierung traf Europa nicht gleich­mäßig. Sie traf Regionen, die fast voll­ständig von einer einzi­gen Industrie ab­hängig waren: Kohle, Stahl, Textil, Schiff­bau. Wo diese Industrien verschwanden - durch Verlagerung, durch Automa­tisie­rung oder durch beides - verschwand die wirt­schaft­liche Grund­lage ganzer Land­striche.

Das Ruhrgebiet ist das deutlichste deut­sche Beispiel. Einst das indus­trielle Herz­stück Europas, mit Millio­nen von Arbeits­plätzen in Kohle­bergbau und Stahlindus­trie, hat die Region einen drama­ti­schen Nieder­gang erlebt. Dabei war die Ursache eine Mischung: Die Kohlegruben wurden nicht ver­lagert - Kohle lässt sich nicht nach China ver­lagern. Aber sie wurden durch billige­re Import­kohle und durch rationali­sierte Förder­technik unwirt­schaftlich. Die Stahl­werke schrumpf­ten teils wegen inter­natio­naler Konkur­renz, teils wegen Automa­ti­sie­rung. Duisburg, Dortmund, Bochum, Gelsen­kirchen kämpfen bis heute mit über­durch­schnitt­li­cher Arbeits­losig­keit und hoher Armuts­quote.

Nordengland und Wales erlebten ähnli­ches. Die Kohle­reviere von Yorkshire, die Stahl­werke von Sheffield, die Werften von Glasgow und Belfast brachen in wenigen Jahr­zehnten zusammen. Margarete Thatchers radikaler Kurs der Deregulie­rung und Privatisie­rung in den 1980ern beschleunigte den Prozess. Der Begriff „left behind“ - zurück­gelassen - ist in der bri­ti­schen poli­ti­schen Debatte zur zentralen Be­schrei­bung dieser Regionen ge­worden.

Nordfrankreich und Wallonien in Belgien hatten bedeuten­de Kohle­indus­trien, die in den 1970ern und 1980ern voll­ständig zusammen­brachen. Valenciennes, Charleroi - diese Städte stehen für das, was zurück­bleibt, wenn eine Industrie geht und kein Ersatz kommt.

In all diesen Regionen folgte auf den wirt­schaft­li­chen Nieder­gang ein Teufels­kreis: Unter­neh­men gehen, Steuerbasis schrumpft, Infrastruk­tur ver­fällt, qualifi­zierte Men­schen ziehen weg, die Region wird un­attrakti­ver, weniger neue Unter­neh­men kommen. Dieser Mechanismus ist gut be­schrie­ben und schwer zu durch­brechen.

Soziale Folgen: Die menschlichen Kosten

Die regionalen Folgen spiegeln sich in konkreten mensch­li­chen Schicksa­len. Der klassische west­europäi­sche Industrie­arbeiter - männlich, ohne Hochschul­abschluss, in einer Gewerk­schaft organi­siert, mit stabilem Ein­kommen und guten Sozial­leis­tun­gen - gehörte zur Kern­schicht der europäi­schen Mittel­schicht. Sein Ver­schwin­den als Massen­phänomen hat tief­greifen­de soziale Konse­quen­zen.

Das unmittelbarste Problem ist der Job­verlust selbst. Produktions­helfer, angelernte Band­arbeiter, Berg­männer, Stahl­kocher - ihre Qualifi­ka­tio­nen waren oft betriebs- oder branchen­spezifisch und ließen sich nicht einfach transfe­rieren. Ein 50-jähriger Kumpel kann nicht ohne Weiteres Software­entwickler werden. Umschulungs­programme haben eine be­grenzte Reich­weite, beson­ders für Ältere und bildungs­ferne Schichten.

Was als Ersatz entstand, waren oft Dienst­leistungs­jobs im Niedrig­lohn­bereich: Supermarkt­kassierer, Paket­zusteller, Reinigungs­kraft, Pflege­hilfe. Diese Jobs sind schlechter bezahlt, weniger gewerk­schaft­lich organisiert, bieten weniger Auf­stiegs­chancen und gesell­schaft­li­ches Ansehen. Die Floskel, der Dienst­leistungs­sektor werde die Industrie­jobs er­setzen, erwies sich als halbe Wahr­heit: Er ersetz­te die Zahlen, aber nicht die Quali­tät.

Damit verbunden ist ein tiefgreifen­der Verlust an sozialer Identität. In Industrie­regionen war die Fabrik nicht nur Arbeit­geber, sondern sozialer Mittel­punkt. Der Bergbau oder das Stahl­werk prägte das Selbstbild ganzer Gemein­schaften. Clubs, Vereine, Traditio­nen, Solidari­tät - das kollek­tive Leben war um die Industrie herum organi­siert. Sein Ver­schwinden hinter­ließ eine soziale Leer­stelle, die schwer zu füllen ist.

Als gesellschaftliche Folgen zeigten sich erhöhte Alkohol- und Drogen­abhängig­keit, steigen­de Scheidungs­raten, sinkende Lebens­erwar­tung und psychische Er­krankun­gen. Die amerikani­sche Forschung zu den so­genannten „deaths of despair“ - Todes­fälle durch Sucht, Suizid und Alkohol - hat das für den Rust Belt beson­ders eindrück­lich dokumen­tiert. In Europa sind die Muster ver­gleich­bar, wenn auch weniger extrem.

Politische Sprengkraft

Die sozialen und regionalen Folgen der De­industrialisie­rung haben eine poli­tische Dimension, die heute offen­sicht­li­cher ist als je zuvor. Der Aufstieg des Rechts­populis­mus in Europa und den USA ist ohne diesen wirt­schaft­li­chen Hintergrund nicht vollständig zu verstehen.

Donald Trump gewann 2016 mit dem Versprechen, Fabriken nach Amerika zurück­zubringen, den Rust Belt. Der Brexit wurde in den alten Industrie­regionen Nord­englands beson­ders stark befür­wortet: Hartlepool, Sunderland, Stoke-on-Trent. In Frank­reich ist der Rassemblement National in den ehemali­gen Industrie­zentren des Nordens und Ostens beson­ders stark. In Deutsch­land er­zielen AfD und BSW über­durchschnitt­liche Ergeb­nisse in deindustriali­sier­ten Regionen Ost­deutsch­lands.

Die Botschaft dieser Wählerinnen und Wähler ist im Kern: Die poli­tische und wirt­schaft­liche Elite hat die Globali­sie­rung voran­getrie­ben und dabei unsere Interes­sen igno­riert. Die Gewinne flossen zu Akademikern in prosperie­renden Groß­städten, zu Kapital­besitzern und globalen Managern. Die Verlierer wurden allein ge­lassen. Diese Erzäh­lung ist empirisch nicht voll­ständig falsch.

Dabei vermischt der populistische Diskurs regel­mäßig die beiden Ursachen der De­industria­li­sie­rung. „China hat unsere Jobs ge­stohlen“ ist eine griffige Bot­schaft - aber sie ignoriert, dass Automa­tisie­rung mindestens ebenso viele Jobs ver­nichtet hat, ganz ohne ausländi­sche Konkur­renz. Man kann ver­sprechen, Fabriken aus China zurück­zuholen. Man kann nicht ver­sprechen, Roboter rück­gängig zu machen.

Deutschland: Sonderfall mit eigenem Risiko

Deutschland nimmt in der europäischen De­industria­li­sie­rungsdebatte eine beson­dere Stel­lung ein. Lange galt es als Gegen­beweis zur These: Hier blieb die Industrie stark, der Anteil des ver­arbeitenden Gewerbes am BIP lag jahr­zehnte­lang bei über 20%, der Export boomte. Das Modell schien zu funktio­nieren - hoch­wertige Investi­tions­güter und Auto­mobile ließen sich auch bei höhe­ren Löhnen welt­weit ver­kaufen, weil Fach­wissen und Quali­tät den Preis­unterschied recht­fertig­ten.

Aber das deutsche Modell hatte strukturelle Schwach­stellen, die lange un­sichtbar blieben. Es war ab­hängig vom Ver­brennungs­motor, von russi­schem Erdgas, von chinesi­schen Absatz­märkten und von globalen Liefer­ketten. Als alle diese Stütz­pfeiler gleich­zeitig zu wanken be­gannen - der Ukraine-Krieg 2022, die Energie­krise, der Rück­gang des China­geschäfts, der Auf­stieg der Elektro­mobili­tät und die damit ver­bunde­ne Disrup­tion der Antriebs­strang­technologie - geriet die deut­sche Industrie in eine ernst­hafte Krise.

Volkswagen erwog 2024 erstmals Werks­schließun­gen in Deutsch­land. Die Chemie­branche ver­lagert energie­intensive Produk­tion ins Ausland. Die Industrie­produk­tion liegt seit 2018 auf dem Rückzug. Hinzu kommt: Der Über­gang zur Elektro­mobili­tät ist selbst eine Form der Automa­ti­sie­rung - Elektro­fahrzeuge haben deut­lich weniger Bauteile als Ver­brenner, was den Bedarf an Arbeits­kräf­ten in der Zuliefer­indus­trie weiter redu­ziert.

Die Deindustrialisierung, die Deutsch­land lange für ein Problem anderer Länder hielt, ist nun auch dort ange­kommen - zeit­verzögert, in ver­änder­ter Form, aber mit den­selben struktu­rellen Ur­sachen.

Reindustrialisierung als Antwort?

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben zu einem Um­denken ge­führt. Liefer­ketten­kollaps, geopoli­tische Abhängig­keiten, Pandemie-Vulnerabi­li­tät - all das hat das Be­wusstsein geschärft, dass eine voll­ständige Deindustriali­sie­rung west­li­cher Volkswirt­schaften ein strate­gi­sches Risiko dar­stellt.

Unter Begriffen wie Reshoring, Near­shoring und strate­gische Autono­mie ver­suchen Regie­run­gen und Unter­neh­men, Produk­tion zurück­zuholen oder zumindest zu diversi­fi­zieren. Die USA investie­ren mit dem Infla­tion Reduc­tion Act massiv in heimische Fertigung, insbeson­dere bei Halbleitern, Batterien und er­neuer­baren Energien. Die EU hat mit dem European Chips Act, dem Net-Zero Industry Act und dem Critical Raw Materials Act ähn­liche Ambi­tio­nen formuliert.

Ob diese Reindustrialisierungs­versuche ge­lingen, ist offen. Jahr­zehnte des Aufbaus von Know-how, Zuliefer-Netz­werken und Aus­bildungs­systemen in Asien lassen sich nicht in wenigen Jahren rück­gängig machen. Und die ent­scheiden­de Frage lautet: Welche Art von Industrie soll zurück­kommen? Die hoch­automa­ti­sierte Fabrik des 21. Jahr­hun­derts braucht wenige, hoch­qualifi­zierte Mit­arbeiter - Programmierer, Ingenieure, Techniker -, aber keine Massen­beschäfti­gung für Angelernte. Eine Reindustriali­sie­rung würde also zwar Wert­schöpfung und strate­gische Autono­mie zurück­bringen, aber nicht die soziale Funk­tion der alten Industrie­arbeits­plätze. Das grund­legende Dilemma - was tun mit den Menschen, die weder für hoch­qualifi­zierte Industrie­arbeit noch für den Dienst­leistungs­sektor ge­eignet sind - bleibt ungelöst.

Das unvollendete Kapitel

Deindustrialisierung ist kein abge­schlosse­ner histori­scher Prozess, sondern ein laufen­des, sich wandeln­des Phänomen mit zwei Ge­sichtern. Das eine Gesicht ist die geo­grafische Verlage­rung - Fabriken ziehen dort­hin, wo Arbeit billig ist. Das andere ist die technolo­gische Rationali­sie­rung - Maschinen und Roboter ersetzen mensch­liche Arbeit. Beide Prozesse laufen seit Jahr­zehn­ten parallel, beide haben die­selben Regionen und die­selben Menschen ge­troffen, und beide zu­sammen haben die europäi­sche Industrie­gesell­schaft, wie sie im 20. Jahr­hun­dert existier­te, unwieder­bring­lich ver­ändert.

Die Bilanz ist ambivalent. Konsumenten profitie­ren von billige­ren Waren. Unter­neh­men haben Gewinne er­zielt. Ent­wicklungs­länder haben durch die Industria­li­sie­rung Hunderte Millio­nen Menschen aus der Armut ge­führt. Diese Gewinne sind real.

Aber die Kosten sind es auch: die verödeten Regionen, die ab­gehäng­ten Arbeit­nehmer, die fragilen Liefer­ketten, die poli­tische Radikali­sierung, die strate­gischen Ab­hängig­keiten. Und sie wurden nicht gleich­mäßig ver­teilt. Sie trafen vor allem die­jenigen, die in der globali­sierten, automati­sier­ten Wissens­ökonomie am schlechtes­ten auf­gestellt waren.

Das eigentliche Versagen war nicht die Verlage­rung oder die Automa­tisie­rung selbst. Technologi­scher und wirt­schaft­li­cher Wandel ist unver­meid­lich und kann produktiv sein. Das Ver­sagen lag darin, die sozialen Kosten dieses Wandels zu ignorie­ren, die Betroffe­nen allein zu lassen und die Illusion zu nähren, der Markt würde schon alles regeln. Er hat es nicht getan.

Europa steht heute vor der Aufgabe, eine neue indus­trielle Identi­tät zu ent­wickeln: nicht die Rück­kehr zur alten Massen­produk­tion, die unwieder­bring­lich ist, aber auch nicht die bloße Hoffnung auf eine rein dienst­leistungs­basierte Wirt­schaft. Resilienz, Nach­haltig­keit und soziale Kohäsion müssen stärker in wirt­schaftspoli­tische Ent­scheidun­gen einbe­zogen werden als betrieb­liche Effi­zienz und kurz­fristige Rendite. Ob das ge­lingt, wird nicht zuletzt davon ab­hängen, ob die poli­ti­schen Systeme Europas die Geduld und den Ge­staltungs­willen auf­bringen, den ein solcher Wandel er­fordert - und ob sie auf­hören, Verlage­rung und Automati­sie­rung gegen­einander aus­zuspielen, statt beide als Teile des­selben struktu­rel­len Wandels zu ver­stehen.


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