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Weltweit gibt es ca. 23 einsatzfähige ↗Flugzeugträger (Stand 2025). Davon gehören 11 Flugzeugträger den USA (US Navy), die außerdem 9 Hubschrauberträger besitzen. Die anderen Flugzeugträger gehören China (3), Japan (2), Indien (2), UK (2), Frankreich (1), Italien (2) und Thailand (1).
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Die Entwicklung von Flugzeug-Mutterschiffen begann bereits vor dem ersten Weltkrieg.
Zuerst baute 1917 die britische Marine ein unfertiges Fahrgastschiff zu einem Flugzeugträger um.
Der erste und bisher einzige deutsche Flugzeugträger lief 1938 vom Stapel.
Er wurde jedoch nie fertiggestellt und wurde 1947 als „nicht nutzbare Kriegsbeute“ durch
sowjetische Kriegsschiffe mit zwei Torpedoschüssen in der Ostsee versenkt.
Erstmals eine wichtige Rolle spielten Flugzeugträger 1941 bei Japans Luftangriff auf ↗Pearl Harbor. Japan setzte 6 Flugzeugträger ein, von denen insgesamt 353 Flugzeuge in zwei Angriffswellen starteten. Die Träger blieben dabei sicher 200 Seemeilen vor Hawaii - außerhalb der Reichweite amerikanischer Waffen.
Vor dem Zweiten Weltkrieg galten bewaffnete ↗Schlachtschiffe als das Rückgrat moderner Marinen. Man begann vorhandene Schiffe zu den ersten Flugzeugträgern umzubauen. Spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg wurden Träger gezielt entworfen und gebaut, da sich der strategische Wert von Flugzeugträgern voll etablierte. Seitdem wurden Flugzeugträger zur zentralen Plattform der Seekriegsführung.
Flugzeugträger operieren außerhalb der 12-Meilen-Zone (außerhalb der Hohheitsgewässer). Sie ermöglichen es einer Marine, Luftüberlegenheit über weite Seegebiete zu erreichen - und im Kriegsfall über den Ländern in Reichweite.
Flugzeugträger sind nicht nur große Kriegsschiffe, sie sind sogar die größten und teuersten Kriegsgeräte. Der teuerste US-Träger „USS Gerald R. Ford“ hat über 13 Milliarden US-Dollar Baukosten verschlungen, außerdem vorab 36 Milliarden Dollar Forschungskosten für die Entwicklung der Ford-Klasse.
Zur Kernbesatzung gehören etwa 2.600 Mitglieder. Im Betrieb braucht es mindestens 1.500 Personen Schiffsbesatzung und maximal bis zu 4.500 Personen, wenn man das „Air Wing“-Personal (Fluggeschwader) mit dazu zählt.
Der 333 Meter lange Flugzeugträger kann etwa 75 Flugzeuge und Hubschrauber aufnehmen. Unter dem Flugdeck befindet sich ein großer Hangar, in dem bis zu 50 Flugzeuge geparkt, gewartet und aufmunitioniert werden können. Der Hangar ist über Aufzüge mit dem Flugdeck verbunden.
Auf dem flachen Flugdeck befindet sich eine Start- und Landebahn, die seit den 1950er Jahren im schrägen Winkel versetzt angeordnet sind. Dadurch können Flugzeuge gleichzeitig landen und starten, d.h. während ein Düsenjet auf der Landebahn von Fangseilen entschleunigt wird, kann ein anderer per Katapult gestartet werden.
Bewaffnung: Flugzeugträger sind oft mit einer Vielzahl von Abwehrwaffen ausgestattet, um sich gegen Luft-, Oberflächen- und Unterwasser-Bedrohungen zu verteidigen. Dazu gehören Raketenabwehrsysteme, Flugabwehrgeschütze und Torpedos.
Trägergruppe: Ein Flugzeugträger operiert normalerweise als Teil einer Flugzeugträger-Kampfgruppe, die aus Begleitschiffen wie Zerstörern, Kreuzern und U-Booten besteht. Diese Schiffe bieten Schutz, Unterstützung und Logistik für den Flugzeugträger und seine Flugzeuge.
Zusätzlich zu den ca. 23 einsatzfähigen Flugzeugträgern gibt es weltweit auch 29 Hubschrauberträger. Davon gehören 9 den USA, 3 China, 3 Frankreich und 2 Japan.
Insgesamt sind Flugzeug- und Hubschrauberträger mächtige Plattformen, die es einer Marine ermöglichen, Luftüberlegenheit über große Entfernungen zu erreichen. Außer für Luftangriffe lassen sich Flugzeugträger auch für andere Missionen einsetzen, insbesondere zur Überwachung und als Basis für Rettungseinsätze.
Angriffe auf Drogen-Boote in der Karibik
Seit September 2025 führen die USA die ↗Operation Southern Spear durch,
an welcher der größte Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ beteiligt ist.
Der Träger dient als Kommandozentrum für eine Carrier Strike Group (Zerstörer, Kreuzer, U-Boote).
Laut US-Regierung geht es um den Kampf gegen Drogenkartelle. Ende 2025 wurden über 30 Luft- und Marineangriffe auf kleine Boote durchgeführt, wobei mehr als 100 Personen getötet wurden.
Die Hauptachsen der Drogentransporte sind:
• Kolumbien/Ecuador → Pazifik → Mittelamerika/Mexiko → USA
• Venezuela/Kolumbien → Karibik → Inselstaaten → USA
Venezuelas Präsident Maduro kritisiert die US-Operation als den Versuch, Venezuela zu destabilisieren oder die Regierung zu stürzen. Und die Länder der Region warnen vor außergerichtlichen Tötungen, Völkerrechtsverletzungen und Eskalation der Gewalt.
China nimmt seinen dritten Träger in Dienst
Die Fujian ist der erste Flugzeugträger, der komplett von China selbst entwickelt wurde.
Sie hatte ihren Stapellauf schon 2022 und wurde nach Tests am 05.11.2025 offiziell als dritter Träger der Marine der Volksbefreiungsarmee in Dienst gestellt.
Während die ersten beiden Träger eine Flugzeug-Startrampe haben, ist die Fujian nun erstmals mit einem elektromagnetischen Katapult ausgerüstet
- für schnelle Starts von Flugzeugen und Drohnen. Über eine solche Technik verfügte bislang nur der US-Träger „Gerald R. Ford“.
Mit ca. 370 Kriegsschiffen hat China inzwischen die US-Flotte mit rund 360 Schiffen rein zahlenmäßig überholt.
Wird Russlands einziger Flugzeugträger verschrottet?
Der russische Flugzeugträger, die „Admiral Kusnezow“ (Stapellauf 1985)
sollte ab 2017 repariert und modernisiert werden. Der Träger schlug jedoch Leck und zudem brachen zwei Feuer aus.
Möglicherweise wird das technisch veraltete Schiff nicht wieder in Dienst gestellt.
Wie eine russische Zeitung am 11.07.2025 berichtete, braucht die russische Marine keine klassischen Flugzeugträger mehr.
Träger sind teuer und könnten mit modernen Waffen in wenigen Minuten zerstört werden. Deshalb gehöre die Zukunft den unbemannten Flugzeugen.
Falls man sich gegen weitere Reparaturen an dem Flugzeugträger entscheidet, bliebe nur noch, ihn zu verschrotten.
Größter US-Träger vor Mallorca
Am 03.10.2025 ging der größte Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ vor Palma de Mallorca vor Anker - und wird so zu einem seltenen Fotomotiv mit Sandstrand im Vordergrund.
Beim Landgang könnten die bis zu 4.500 zahlungskräftigen Crew-Mitglieder täglich ca. 200 bis 400 Euro ausgeben:
für Kleidung, Kneipen, Ausflüge, Hotels und Taxis.
Somit kommt man theoretisch auf bis zu 9 Millionen € Umsatz, die die Crew innerhalb von ein paar Tagen der Insel bescheren könnte.
Es gibt aber auch Kritik, nämlich dass das US-Kriegsschiff ein falsches Signal sei - in Zeiten, in denen Friedensdialoge
anstatt militärischer Machtdemonstration nötig sind.